
Aus: Immer Weiter, 1994 Ich seh noch wie mein Vater aussteigt aus dem 6 Uhr 20 Vorortszug. Mit der abgewetzten Aktenmappe und dem grauen Mantel, den er trug, jeden Abend stand ich da am Bahnhof, ich war grade neun oder zehn, Und ich war stolz, den staub'gen Siedlungsweg lang neben ihm zu gehn. Und dann mußte er mir jeden Abend die immer gleiche Geschichte erzähl'n: Wie einmal alles mit uns werden würde, und da durfte kein Wort fehln, Und immer vor der Haustür mußtï er sagen: "Eines Tages wirst du sehn, Da werden wir beide hier vorfahr'n in einem schneeweißen 51er Kapitän! Und immer vor der Haustür mußtï er sagen: "Eines Tages wirst du sehn, Da werden wir beide hier vorfahr'n in einem schneeweißen 51er Kapitän! Und die Sitze sind aus rotem Leder und der Himmel ist wie ein Dom, Und der Lack glänzt in der Sonne, und überall funkelt Chrom. Die Motorhaube nimmt kein Ende und die Kühlerfigur blitzt, Und du glaubst, du würdest schweben, wenn du hinterm Lenkrad sitzt!" Ich hatte eine schwarze Trainingshose und mein Vater besaß ein Paar Schuh', Aber wenn er so erzählte, dann fehlte nicht mehr viel dazu, Und wenn ich meine Augen schloß, dann konnte ich uns wirklich sehn: Meinen Vater und mich vor der Haustür in einem schneeweißen 51er Kapitän! www.free-lyrics.org Nun, es kamen andre Zeiten es ging voran und irgendwann Kam mein Vater dann tatsächlich eines Abends mit einem Auto an Es war ein steinalter Olympia bei dem immer der Gaszug riß, Bei dem nie die Heizung ausging, im Grunde <b>...</b>
Reinhard
Mey
51er
Kapitän