
„Melancholie b/w Mini-Kini-Baby" (Columbia/C 28 130) "Die BAMBIS wurden 1959 von zwei Wienern und zwei Bayern gegründet. Rasch profilierten sie sich zu einer vielgebuchten Band und spielten auch in Deutschland und der Schweiz. 1964 schafften sie den großen Durchbruch mit der Liebeskummer-Schnulze „Melancholie", die sogar „A hard day's night" von den BEATLES vom ersten Platz der österreichischen Charts verdrängen konnte. BAMBIS-Sänger Mandy Oswald hatte einen italienischen Akzent angenommen, um den Sehnsuchts-Faktor des Songs noch zu verstärken. Einige Musiktheoretiker sehen in dieser Stimmen-Verfremdung den eigentlichen Schlüssel zum Erfolg der Single, da der italophone Gesang scheinbar hervorragend mit dem Bedürfnis des Mittelstandes referenzierte, einen schönen Urlaub in Italien zu verbringen. „Melancholie" kann man aus heutiger Sicht als Definition der Mainstream- Richtung „Austro-Beat" und als nachhaltige Prägung der technischen und ästhetischen Standards erfolgsorientierter Beat-Veröffentlichungen in Österreich ansehen. Das Wiener Label Accordia beispielsweise war spezialisiert auf BAMBIS-Imitate und forcierte Bands mit klingenden Namen wie ALLROUNDS oder ROCKETS, deren Veröffentlichungen in Sachen Schmalzigkeit, denen der BAMBIS um nicht viel nachstanden. „Melancholie" ist die bekannteste, wie auch verhassteste österreichische Nummer der Sechziger Jahre, kann aber in Anbetracht ihrer enormen Intensität auch als diametraler Ausgangspunkt zum rebellischen Aufbegehren <b>...</b>
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